Vom Self-Shot zum professionellen Foto

Super, das Profil ist angelegt und die Besucher lassen nicht lange auf sich warten, ebenso die ersten Anfragen. Jedoch klingen diese bei weitem nicht so glamourös, wie man bzw. Frau sich das so gewünscht hat (mal ganz zu schweigen von vereinzelten, dubiosen Gestalten die dort ihr Unwesen treiben) - aber jeder fängt ja mal klein an, also habe ich recht fix das erste Shooting ausgemacht. 
Doch plötzlich stand ich vor einem Problem...."Was, bitte, ziehe ich überhaupt an?" Wenn ich an die Zusammenstellung meiner Garderobe von damals denke, muss ich noch heute schmunzeln...denn der Blick in meinem damaligen Kleiderschrank gab' nicht viel her außer "Zu grau", "Zu schwarz", "Zu langweilig", "Wieder zu grau", "Zu sackig", "OH!....ach ne, doch nicht". Und in dem Moment wurde mir klar: "Mädel, das wird dich Geld kosten."

Tat es dann auch. 

Jedoch bereue ich das nicht. Dazu aber gleich mehr. 
Jedenfalls sahen die ersten professionellen Bilder von mir eben genau so, wie der Inhalt meines Kleiderschrankes aus: "Grau", "Schwarz", "Langweilig",  "Sackig" und "OH! ...ach neh, doch nicht.", unabhängig vom Können des Fotografen - aus Mist kann man eben doch nicht immer Gold machen.  

Doch ich verbesserte mich von Zeit zu Zeit, achtete beim Kauf neuer Kleidung auf Vielfältig- und Shootingtauglichkeit (denn Geld um zwei separate Kleidungbestände anzuschaffen, hatte und habe ich definitiv nicht), veränderte hin und wieder Frisur und Haarfarbe und setzte mich intensiver mit der Kunst des Schminkens auseinander. Man kann also sagen:
"So wie meine Bilder sich stetig verändert haben, so veränderte auch ich mich als logische Konsequenz, zum Positiven, wie ich finde." Denn verglichen zu damals, bin ich heute wesentlich selbstzufriedener und sehe viele Dinge gelassener. Durch das regelmäßige Betrachten der eigenen Erscheinung fallen immer wieder Dinge an einem selbst auf, die man verbessern, verändern oder gar ganz sein lassen kann. Ich lernte zu lächeln, mich selbstbewusst darzustellen, ich wurde offener und selbstsicherer. Man nimmt sich selbst nach einer Zeit einfach viel intensiver wahr. Dennoch würde ich mich nicht als eingebildete "Möchte-gern-Fame-sein-und-denkt-sie-ist-es-schon"-Schnalle bezeichnen. Denn trotz alle dem, bilde ich mir tatsächlich ein, mit meinem geistigen Gedankengut auf Planet Erde geblieben zu sein. 
Ja, und mitten auf meinem steilen Weg in die Selbstzufriedenheit erreichte sie mich dann: 
Meine erste Einladung zu einer Misswahl. Diejenige die als Siegerin hervorging, durfte Deutschland bei einem internationalen Schönheitswettbewerb in Singapur vertreten. 
Kopfkino sag' ich da nur...das werde ich in meinem nächsten Post behandeln :)

 (Eins meiner ersten Fotos - in einem "grauen" und "sackigem" Kapuzenpulli. Was
 habe ich dem Fotografen nur angetan...by: SES - Foto - design)



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