Musikvideo - "Yeah, Baby gib' alles?!"

Ich habe lange überlegt ob ich über dieses Thema schreiben soll oder nicht. Letztendlich möchte ich es doch tun und dabei kein Blatt vor den Mund nehmen, denn man muss sich auch als Hobby-Modell nicht alles gefallen lassen:

Vor einigen Wochen wurde ich also über die Plattform Model-Kartei.de darauf angesprochen, ob ich nicht Lust hätte, an einem Musikvideodreh mitzuwirken. "Grundsätzlich schon", dachte ich mir und wollte Genaueres wissen. Es ging um ein Musikvideo aus dem Bereich "Dance/Electro/House" (oder wie auch immer, ich bin leider nicht so der große Musikkenner.).
Die Aufnahmebereiche sollten "Kurz und knapp" sein, insgesamt sollten die Darstellerinnen eher "sexy" auftreten, das verkaufe sich schließlich besser. 
Da ich allerdings in meinem Leben nicht mehr naiv an den großen Durchbruch glaube und deswegen nicht all mein Fleisch in die Kamera halten will, nur um ein wenig Aufmerksamkeit und Hoffnung zu erhaschen, sondern lieber einen bodenständigen Beruf anstrebe, habe ich direkt für mich bestimmt, dass ich auf keinen Fall im Bikini, Dessous oder Ähnlichem dort a la "billige GoGo" 'rumhampeln werde. Dass das Manche wohl anders sehen, das wurde mir dann am Drehtag klar - aber jeder bestimmt ja schließlich selbst, was er für angebracht hält und was nicht. 
Jedenfalls habe ich wegen meiner Neugierde teilgenommen, natürlich nachdem ich abgeklärt habe, dass es auch okay ist, wenn ich bspw. Partykleider trage.

Der Drehtag selbst war insgesamt sehr entspannt, die anderen Darstellerinnen sowie die Verantwortlichen waren freundlich - ABER -  zu trinken und zu essen gab' es NICHTS - nada (Und ich war 7 Stunden dort, andere noch länger). Für mich der Super-Gau, wenn man sich mal überlegt, dass man auf einer Hobby-Plattform acht Mädels ausgräbt, die keine Gage bekommen und denen auch keine Entschädigung für das Abtreten ihrer Rechte am Material gezahlt wird. Überhaupt beweist die Tatsache, dass nichtmal ein Kasten Wasser (99 cent im ALDI) organisiert wurde, schlechte Gastgeberqualitäten....okay, ich gebe zu: Eine Flasche Jack Daniels war anwesend. War wohl als Wasserersatz gedacht. Autsch.
Im Nachhinein wollte man wohl einfach möglichst billig ein Musikvideo produzieren - ja, das sage ich ganz offen, auch auf die Gefahr hinaus, dass ich nun als "überhebliche Zicke, die denkt sie sei etwas ganz Besonderes" gelte. Die Rechtfertigung dafür, wurde aber indirekt während des Drehs geliefert. Dieses Musikvideo sei schließlich eine Art Casting, mit dem man feststellen wolle, mit welchen Mädels man nochmal zusammenarbeiten möchte. 


...ACHSO!!! 

Na dann reiss ich ja doch alle meine Klamotten vom Leib und shake meinen butt, was das Zeug hält, damit ich die Ehre habe, noch einmal für umsonst in einem eurer Musikvideos mitmachen zu dürfen.

...NICHT.
(schließlich ist das Modeln nur ein Hobby und kein ernstzunehmendes Standbein für mich)

Ein konkretes Drehbuch wurde uns auch nicht vorgestellt - einfach hinstellen und zappeln. Manche "Glückliche" durften auch diverse Gegenstände ablecken - Nein, für sowas habe ich mich nicht hergegeben. Durch den chaotischen Ablauf konnte ich mich gezielt zurückhalten und die Spotlights den Anderen überlassen. Denn ich kann mir denken, dass man im Eifer des Gefechts, gerne mal seine Grenzen aus einer Laune heraus überschreitet, deshalb ist es umso wichtiger, sich nicht mitreißen zu lassen und sich vorher klar zu machen, was man will und was nicht. Und an einem Eis lutschen um bei potentiellen, männlichen Zuschauern gewisse Zonen anzusprechen, das wollte ich garantiert nicht und das war mir auch zu blöd. Erst recht, wenn man keine genaueren Angaben zum Video bekommt und nicht weiß, wie sowas am Ende dargestellt wird und letztendlich wirkt.

Nun insgesamt bleibt mir nur zu hoffen, dass ich nicht oft in diesem Video zu sehen sein werde (warum auch, schließlich hab' ich weder an 'nem Eis gelutscht, noch meine Brüste, auf dem Boden tanzend, in die Kamera unter mir schwabbeln lassen).

Und die Moral von der Geschicht': Zwischen sexy und sexy liegen Welten. 


Demnächst möchte ich übrigens über meine Tape-On-Haarverlängerung berichten!! 
Vorab: Ich bin super zufrieden!

Miss Köln-Wahl 2013 auf der Rhein-Schau Köln

Wie ich bereits erwähnte, gibt es neben dem Veranstalter den ich im vorangegangenen Post mehr oder weniger beschrieben habe, noch einen weiteren Veranstalter, dessen Vorgehensweisen ich aus meiner persönlichen Sicht heraus, als deutlich "transparenter", "freundlicher" und "seriöser" beurteilen würde. Da ich nicht gedenke diesen Veranstalter in ein negatives Licht zu stellen, sollte es kein Problem sein (auch um Missverständnisse vorzubeugen) das Kind beim Namen zu nennen: 
Die Rede ist hier von der Miss Germany Corporation - kurz MGC.
Um an einer Wahl teilzunehmen, bewirbt man sich einfach via Bewerbungsbogen (erhältlich auf der Homepage) und geeigneten Fotos bei der MGC selbst. Zu gegebener Zeit wird man dann zu den Wahlen in der eigenen, örtlichen Umgebung eingeladen und kann entscheiden, ob man teilnehmen möchte oder nicht.  Ich kann es jedenfalls nur empfehlen, sofern man Spaß daran hat sich zurecht zu machen und vor Publikum sowie einer Jury aufzutreten. Grundsätzlich wird man von den Mitarbeitern der MGC sehr freundlich behandelt, was möglicherweise nicht zuletzt an der Tatsache liegt, dass die MGC in den Händen eines Familienunternehmens ist und dort ein etwas anderes Weltbild herrscht. Im Gegensatz zu anderen Veranstaltern, finden die Wahlen der MGC auch nicht ausschließlich in Discotheken und Clubs statt (das ist sogar eher selten der Fall), sondern auch auf Messen, in Einkaufszentren, Autohäusern, in Hotels usw.; was das "verruchte" Image von Miss-Wahlen aufpoliert.

Soviel jedenfalls dazu. 

Nun erhielt ich vor ca. einem halben Jahr die Einladung zur Miss Köln, recht weit entfernt von meiner Heimatstadt, doch das nahm ich gerne in Kauf, schließlich schaltete sich bei mir erneut das berühmte Kopfkino ein. (Ich weiß nicht, ob ich so anfällig für Misswahlen bin weil ich ein unbehandeltes Prinzessinnentrauma aus meiner Kindheit mit mir 'rumschleppe ... aber darum geht's ja auch gar nicht.) 
Jedenfalls bereitete ich mich dieses Mal wesentlich abgebrühter vor, denn ein Déja-vu galt es auf jeden Fall zu vermeiden. Zu meiner Vorbereitung zählte unter anderem der Besuch eines Sonnenstudios um einen gesunden Teint zu bekommen und zwischen den anderen Kandidatinnen NICHT so weiß zu leuchten als sei man das, gerade auf die Erde hinabgestiegene, Mondkind. Dann ist die Wahl eines passenden Kleides besonders wichtig - lieber Kurz als lang, das vermindert die Chance auf einen legendären Stolperunfall und wenn, dann keine schweren Ballkleider - erst recht nicht auf einer Städtewahl! Die passenden Silikon-Einlagen für den BH und das Bikinioberteil dürfen auch nicht fehlen (Tja, was man nicht hat, macht man sich halt).Und das Wichtigste: Sport, Sport, Sport!!
...
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Sag' ich mir jedes Mal, hat aber bisher nie geklappt. An dieser Stelle ein fetter Seufzer bitte.

Wichtig sind zudem gepflegte Haare und Nägel (ja, die Fußnägel sind auch Nägel) schließlich steht man während solcher Wahlen ständig unter Strom, da ist es wichtig sich gänzlich wohl und gepflegt in seinem Körper zu fühlen.

Jetzt aber mal zum eigentlichen Ablauf der Wahl:

Begonnen hat alles mehr oder weniger mit den Proben der Choreographie auf einem sehr chicen Laufsteg in der Köln-Messe. Bis dahin lief auch alles glatt für mich! 
Bis ich mich beim ersten offiziellen Durchgang der Wahl total verlaufen habe....im wahrsten Sinne des Wortes. Wäre eigentlich nicht schlimm gewesen; da ich aber eine Laufpartnerin hatte, die sich bestens an den richtigen Ablauf erinnern konnte, sah ich umso bescheuerter aus und damit war die Wahl für mich eigentlich gelaufen - dachte ich zumindest. 
Dann ging's in die Interviews - kein Rosa Elefant - keine böse Sternzeichenfrage, alles easy.
Beim Bikini-Durchgang konnte ich mir die Choreo dann auch wieder in Erinnerung rufen und ich war, abgesehen von meinem anfänglichen Patzer, recht zufrieden mit mir. 


Ein gekonntes Lächeln brachte ich ebenfalls (mehr oder weniger) über die Lippen, das ist ja sowieso ein eigenes Kapitel. 
Achtung, Zwischensequenz dazu:
Da läuft und steht man auf der Bühne, lächelt was das Zeug hält (und das ist, aufgrund vor Nervosität zuckenden Mundwinkeln, eh schon schwer genug), schlendert in Richtung Jury und als DANN die Blendung durch das Scheinwerferlicht, am Rande des Laufsteges auf Juryhöhe, nachlässt, bemerkt man, dass man wie ein Honigkuchenpferd in die !ernst! und !kritisch! dreinblickenden Gesichter der Jurymitglieder und des Publikums strahlt...iss scho eher unangenehm sach ich euch. Aber dann stellt man sich einfach naiv und lächelt sowas wech - feddich!

Am Ende sprang' dann auch tatsächlich der dritte Platz für mich heraus über den ich mich freute als hätte ich die Wahl gewonnen. Immerhin war das mein erster, kleiner Erfolg, yey!

Ja, und jetzt warte ich auf die Miss NRW-Wahl. Was wieder bedeutet: Kleid und Schuhe mit Bedacht auswählen, auf den Teint achten, lockeres Laufen und Lächeln üben UND 
-> Sport   ...!

...und ich weiß jetzt schon, dass Letzteres gelogen ist :D



Ich mit der Erst- und Zweitplatzierten




Presseartikel zur Wahl - entstanden am Vortag im Consilium